Meine Verehrung!
»Entspannter als der Ringlstetter Hannes kann man nicht verehren.«
(Abendzeitung)
Wir wollen doch alle nur das Eine: anerkannt, bewundert, verehrt werden. Und es ist scheinbar ein Prinzip des Lebens, dass das, was man verehrt, man dann gleich sehr begehrt, und dann hat man das sogar irgendwann, und das hat man dann davon. Denn dann ist man sich plötzlich gar nicht mehr so sicher ob man das so haben wollte, oder ob man sich ver-ehrt hat. Das gilt für Reisen, Einladungen, Frauen, Vorbilder, Kindheit, Niederbayern, Land und Leute, Österreich, Politiker und sogar den lieben Gott. Ja und sich selbst, genaugenom- men. Charmant und kurzweilig lässt sich der Hannes durch diverse Verehrungen und die Liebe treiben und landet dann irgendwie doch beim Fußball.
Hannes Ringlstetter, Kabarettist, Komiker, Musiker, TV-Moderator und Autor, kam 1970 in München zur Welt und wuchs in Niederbayern auf. Regelmäßige Auftritte u.a. in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, im Hamburger Schmidt-Theater, im Quatsch Comedy Club und bei den Wühlmäusen in Berlin.
Hannes LIVE „Meine Verehrung!“

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Presse:
Premierenkritik der AZ, München v. 03.09.2010 (Meine Verehrung)
von Matthias Hejny
Leverkusen ist eine Stadt, in der Hannes Ringlstetter, obwohl sein Ruhm sich zusehends mehrt, vermutlich nie auftreten wird. „Es gibt gute Plätze to come from“ ist das beste, was dem in Niederbayern aufgewachsenen Münchner zur Aspirin-Metropole einfällt, und dann folgt „Cruising Leverkusen“, eine Hymne, „die Johnny Cash versäumte zu schreiben“. Man hat es geahnt: ein Kabarettprogramm mit dem Titel „Meine Verehrung“ ist voll von Spott und Häme.
Schon früh plagte den multitalentierten Schauspieler, Autor und Musiker die Verehrung für Österreicher wie den Ambros, den Fendrich oder den Mozart. An letzterem scheiterte er, erzählt der 40-jährige einem gut gelaunten Premierenpublikum der Lach&Schießgesellschaft, bereits als Kind beim Einstudieren von Menuetten. Und Austria-Pop können nur Österreicher. Ganz nebenbei beweist er, dass ein Bayer immerhin Austria-Pop ebenso perfekt wie fies parodieren kann.
Stimmen und Sounds zu reproduzieren sind neben dem messerscharfen Blick für das Kuriose im Verehrungs-Verhalten seiner Zeitgenossen eine der Qualitäten, die Ringlstetters pointierte Kürzestgeschichten und melodiegesättigten Lieder hohen Spaßfaktor verleihen.
Um ausreichende Verehrung der eigenen Person sicherzustellen, würde er selbst gerne wenigstens eine Sekte, aber am besten eine Religion gründen und träumt vom Dalai Lama, „so eine asiatische Art vom Hirschhausen“.
Und damit ihm keiner vorwerfen kann, er betreibe unpolitisches Kabarett, vertont er Westerwelles munter zum Feierabend der Kanzlerinnenlimousine hinterher gerufenes „Tschüss, Angela!“ zum Mitsingen. Entspannter als der Ringlstetter-Hannes kann man nicht verehren.
MZ, Regensburg v. 28.09.2010
Von Fred Filkorn, MZ
Notizen aus der niederbayerischen Provinz
Hannes Ringlstetter wirft in „Meine Verehrung!“ einen nachdenklichen Blick zurück.
Regensburg. Hannes Ringlstetter erzählt in seinem neuen Programm aus seinem Leben. Wie das damals so war Anfang der 80er Jahre in der niederbayerischen Provinz, wo man sich gerade einmal in die virtuelle Welt des BR flüchten konnte. Die unermesslichen Weiten des Internets fanden bestenfalls in Science-Fiction-Romanen statt. Bei der Sendung „Wunschkonzert“ konnten sich die Anrufer Pop und Schlager wünschen. Von Johnny Cashs Countrysong verstand der neunjährige Hannes gerade einmal den Titel, bei einem bayerischen Mundartstück erging es ihm nicht viel besser. In seinem Kopf vermischte sich alles zu einem einzigen Stück Erinnerung.
Nichts verändert hat sich im Vergleich zu früher, wenn es darum geht, die jungen Damen zu beeindrucken. Da müssen schon die ganz großen Kaliber ausgepackt werden. Aber selbst ein eigenkomponiertes Liebeslied in mehreren Sprachen funktioniert nicht immer.
Ringlstetter erzählt seine Geschichten in einem nüchternen Tonfall, meist begleitet er sich auf der Gitarre oder dem Piano. Nachdenklich, melancholisch geht es zu, wenn er in einem seiner Lieder an die alten Jugendfreunde denkt. Viele haben ihr Glück in der großen weiten Welt gesucht, aber haben sie es auch gefunden? Oder hat es sein Freund Sepp richtig gemacht, der ist einfach zuhause im Dorf geblieben. Ringlstetter selbst hat es auch hinausgezogen, er hat den Unterhalter auf einem Kreuzfahrtschiff gespielt. Die Seekrankheit hat ihm übel mitgespielt. Das außereheliche Abenteuer einer fränkischen Sekretärin mit ihrem Chef fand ebenfalls ein unappetitliches Ende.
Man weiß ja oft nicht, woran man bei Ringlstetter ist. Hat er das nun alles selbst erlebt? Die besten Geschichten schreibt ja bekanntlich das Leben. Nun, er ist jedenfalls kein Kabarettist im herkömmlichen Sinne. Das Aneinanderreihen von Pointen wie an einer Perlenkette ist seine Sache nicht. Nein, er lässt sich Zeit, seine Geschichten zu erzählen, Grund zum Schmunzeln gibt es genug.
Ein Liedermacher ist er geblieben, in seinem früheren Leben war er ja Sänger und Gitarrist der Musikgruppe Schinderhannes. Auch wenn er niemals in die erste Liga aufsteigen werde, wie er bekennen muss. Denn da säßen schon die Österreicher. In einem grandiosen Medley parodiert er von Rainhard Fendrich über Hubert von Goisern und Wolfgang Ambros bis zu Falco seine musikalischen Vorbilder und ihm wird beschieden: „Du bist net von Austria – geh’ scheißen!“
Ein anderer bekannter Österreicher hatte sich in den 30er Jahren sein Feriendomizil am Obersalzberg errichten lassen. Heute versucht ein mondänes Luxushotel daraus touristisches Kapital zu schlagen. Ringlstetter hat ihm freundlicherweise einen Werbesong komponiert, den Betreibern dürfte er wohl im Halse stecken bleiben.

